Der Ehemann verließ seine Frau wegen einer jungen und attraktiven Geliebten, doch ein Jahr später sah er seine Ex-Frau wieder, fiel auf die Knie und wollte zu ihr zurückkehren.

Die Erde war feucht und kühlte ihre Handflächen.

Ljudmila nahm vorsichtig den Petuniensetzling aus dem Plastiktopf, entwirrte die feinen weißen Wurzeln und setzte ihn in das vorbereitete Loch.

Es roch nach feuchtem Torf, Grün und nach etwas anderem – nach diesem besonderen Frühlingsduft, den nur frisch gegossene Erde verströmt.

Auf dem mit Kästen vollgestellten Balkon war es eng, doch Ljudmila mochte es, sich morgens vor der Arbeit hier zu beschäftigen: die Finger in der Erde, die Sonne von der Seite und für zehn Minuten absolute Ruhe.

— Schon wieder du mit deinen Blumen, — Sergej trat auf den Balkon und verzog das Gesicht.

— Du hast die ganze Wohnung mit Erde vollgeschüttet.

— Wir leben hier wie in einem Gewächshaus.

— Bald pflanze ich sie auf der Datscha aus, — Ljudmila hob den Kopf nicht.

— Hier stehen nur die Setzlinge.

— Die Datscha will ich übrigens verkaufen.

Jetzt hob sie den Kopf.

— Wie bitte, verkaufen?

— Das ist Mamas Datscha.

— Nun, jetzt gehört sie uns doch gemeinsam.

Sergej lehnte sich an den Türrahmen und betrachtete seine Fingernägel.

— Ljud, wir müssen reden.

— Ernsthaft.

Sie wischte ihre Hände an der Schürze ab.

An seinem Ton und an dieser lässig-gleichgültigen Haltung hatte sie bereits erkannt: Jetzt würde etwas kommen, worauf sie schon lange gewartet und wovor sie sich zugleich gefürchtet hatte.

— Sprich.

— Ich gehe.

Die Petunie lag am Rand des Kastens, ihre Wurzeln an der Luft.

Ljudmila bedeckte sie automatisch mit etwas Erde – es wäre schade, wenn sie vertrocknete.

— Zu wem?

— Du fragst sofort „zu wem“.

Er grinste.

— Warum muss es unbedingt jemand anderen geben?

— Weil ich dich seit sechsundzwanzig Jahren kenne, Serjoscha.

Er schwieg eine Weile.

Dann sagte er es doch – beinahe herausfordernd, als wäre er stolz darauf:

— Sie heißt Alina.

— Sie ist jung.

— Neunundzwanzig.

Er richtete sich auf und nahm eine selbstgefällige Haltung ein.

— Verstehst du, Ljud, ich bin noch nicht alt.

— Ich bin zweiundfünfzig.

— Aber neben dir fühle ich mich wie ein alter Mann.

— Mit ihr lebe ich.

— Noch einmal von vorn.

— Sie schaut mich an, als wäre ich… nun ja, ein richtiger Mann.

— Du schaust mich schon lange nicht mehr so an.

Ljudmila hörte ihm zu und dachte aus irgendeinem Grund an die Setzlinge.

Daran, dass sie sie vor der Hitze auspflanzen musste.

Ihre Gedanken zerstreuten sich und wollten sich nicht ordnen.

— Und was hat die Datscha damit zu tun?

— Die Datscha hat damit zu tun, dass Alina eine Wohnung will.

— Eine eigene.

— Und wo haben wir Geld?

— In dieser Datscha und in dieser Wohnung.

— Die Wohnung teilen wir zur Hälfte, die Datscha verkaufen wir – und schon habe ich die Anzahlung.

— Ich mache alles fair, Ljud.

— Die Hälfte für dich, die Hälfte für mich.

— Alles nach dem Gesetz.

Jetzt musste sie lachen.

Bitter, aber sie musste lachen.

Er verließ sie wegen einer jungen Frau – und rechnete gleichzeitig aus, wie viel er von seiner verlassenen Frau bekommen konnte, um dieser jungen Frau eine Wohnung zu finanzieren.

— Die Datscha wirst du nicht verkaufen, — sagte Ljudmila ruhig.

— Und warum bitte nicht?

— Weil die Datscha nicht gemeinsames Eigentum ist.

— Mama hat sie mir geschenkt.

— Vor drei Jahren.

— Du hast sogar unterschrieben, dass du keine Ansprüche darauf erhebst – erinnerst du dich nicht?

— Damals hast du den Vertrag nicht gelesen, weil du es eilig hattest, angeln zu gehen.

— Aber ich habe ihn gelesen.

Sergej runzelte die Stirn.

— Welche Schenkung?

— Wir sind verheiratet.

— Alles gehört uns gemeinsam.

— Geschenktes Eigentum gehört nicht beiden, Serjoscha.

Sie sprach ruhig, als würde sie es einem Kind erklären.

— Was einem Ehepartner persönlich geschenkt wird, wird bei der Scheidung nicht geteilt.

— Die Datscha gehört mir.

— Nur mir.

— Die Wohnung hingegen – ja, die werden wir teilen.

— Die wurde während der Ehe gekauft.

— Da hast du recht.

Er sah sie an, und in seinem Gesicht erschien langsam Ärger – genau dieser kindliche Ärger, wenn jemand einem ein Spielzeug wegnimmt, das man innerlich längst für sich beansprucht hatte.

— Du… du hast absichtlich geschwiegen?

— Ich habe nicht geschwiegen.

— Du hast nur nie gefragt.

Ljudmila wandte sich wieder ihren Kästen zu.

— Geh, Serjoscha.

— Pack deine Sachen.

— Ich werde dich nicht aufhalten.

— Nur die Blumen lässt du in Ruhe.

Eine Woche später zog er aus.

Er nahm seine Kleidung, seine Werkzeuge, den Fernseher aus dem Schlafzimmer und seinen Lieblingssessel mit.

Zurück blieben leere Rechtecke auf der Tapete – dort, wo früher seine Angelurkunden gehangen hatten – und der Geruch der Leere, der sich in einer Wohnung einnistet, wenn ein Mensch aus ihr verschwindet.

Den ersten Monat lebte Ljudmila wie im Traum.

Sie ging zur Arbeit – sie war Buchhalterin in einer Baufirma, in der sie seit fünfzehn Jahren arbeitete –, kam nach Hause, aß irgendetwas und legte sich schlafen.

Nachts wachte sie davon auf, dass niemand neben ihr lag.

Sechsundzwanzig Jahre lang hatte neben ihr jemand geatmet, sich herumgedreht und geschnarcht.

Jetzt herrschte Stille, so stark, dass sie in den Ohren klingelte.

Am schlimmsten waren die Kleinigkeiten.

Aus Gewohnheit kaufte sie im Laden seinen Lieblingskäse – und legte ihn an der Kasse erschrocken wieder zurück.

Sie kochte für zwei – und die Hälfte blieb übrig und verdarb später.

Sie machte Tee in seiner großen Tasse – und stellte sie wieder weg, weil sie daraus nicht trinken konnte.

Ihr Körper erinnerte sich besser an das Eheleben als ihr Kopf, und diesen Körper musste sie nun neu erziehen, wie nach einer langen Krankheit.

Es gab auch wütende Momente.

Eines Abends öffnete sie den Kleiderschrank und sah die leeren Regale, auf denen früher seine Sachen gelegen hatten.

Und plötzlich brach sie in Tränen aus – nicht wegen ihm, sondern wegen der vergangenen Jahre.

Wegen der sechsundzwanzig Jahre, die sie investiert hatte und die er mit einem einzigen Satz ausgelöscht hatte: „Neben dir fühle ich mich wie ein alter Mann.“

Sie saß auf dem Boden vor dem Schrank und weinte, doch dann wischte sie sich das Gesicht ab und dachte: „Jetzt reicht es.“

„Genug geweint.“

„Er ist zu einer Jüngeren gegangen – und ich soll hier sitzen und ihm nachtrauern?“

„Kommt gar nicht infrage.“

Von diesem Abend an war es, als hätte sie eine Seite umgeblättert.

Die Tränen hörten auf.

Etwas anderes begann.

Die Blumen retteten sie.

Sie pflanzte die Setzlinge um und kaufte später noch mehr.

Der Balkon verwandelte sich in einen Dschungel – Petunien, Studentenblumen, später Geranien und schließlich Orchideen auf der Fensterbank.

Die Hände in der Erde – und ihr Kopf wurde leer, und alles fühlte sich leichter an.

Ihre Nachbarin Tamara Iwanowna kam eines Tages, um Salz zu holen, und staunte:

— Ljud, du hast hier ja einen richtigen Wintergarten!

— Wie wunderschön.

— Hör mal, verkauf mir doch diese hier, die mit den rosa Blüten.

— Meine Enkelin heiratet, die wäre schön für ihre Fensterbank.

— Nimm sie einfach so.

— Nein, ich bezahle sie.

— Schau doch nur, wie schön sie blüht.

— So etwas bekommt man im Laden nicht.

Ljudmila nahm das Geld – unbeholfen, zum ersten Mal.

Einen Tag später brachte Tamara eine Freundin mit.

Die Freundin brachte wiederum eine Bekannte.

Und fast unbemerkt entstand auf dem Balkon eine kleine Warteschlange: Die einen wollten Setzlinge, die anderen fertige Blumentöpfe und wieder andere einen Rat, warum ihr Ficus welk wurde.

— Ljud, eigentlich solltest du einen Laden eröffnen, — sagte Tamara Iwanowna eines Tages.

— Wirklich.

— Du hast ein Händchen dafür.

— Was du auch pflanzt, es blüht.

Ljudmila winkte nur ab.

Doch der Gedanke blieb.

Und nachts, wenn sie sich in ihrem leeren Bett hin und her drehte, dachte sie nun nicht mehr an Sergej, sondern daran, wie es wäre – einen eigenen Laden zu haben.

Ihre Mutter kam Anfang des Sommers zu Besuch – sie hatte von der Scheidung erfahren und machte sich Sorgen.

Achtzig Jahre alt, dünn und zierlich, aber mit wachen Augen, ging sie durch den Balkon-Dschungel, berührte die Blätter und roch an der Erde.

— Na also, — sagte sie zufrieden.

— Du wirst nicht untergehen.

— Du hast meine Hände.

— Ich habe doch gesagt, du sollst die Datscha nehmen, sie wird dir noch nützlich sein.

— Ich wusste, dass dieser dein…

Sie presste die Lippen zusammen und wollte Sergejs Namen nicht aussprechen.

— Ich wusste von Anfang an, dass er unzuverlässig ist.

— Deshalb habe ich die Datscha dir persönlich geschenkt und nicht euch beiden.

— Damit du immer etwas Eigenes hast.

— Eine Frau muss immer etwas Eigenes besitzen.

— Einen Ort, an den sie sich zurückziehen kann.

— Mama, du hast es wirklich geahnt.

— Was gibt es da zu ahnen?

Die Mutter setzte sich und legte die Hände auf die Knie.

— Ich habe ein Leben hinter mir.

— Männer kommen und gehen, aber die Erde bleibt.

— Und deine Hände bleiben dir.

— Und dein Kopf.

— Darauf musst du dich verlassen, nicht auf irgendeinen „Ernährer“.

— Was für ein widerliches Wort, „Ernährer“.

— Als wärst du ein Hündchen, das jemand füttern muss.

Ljudmila sah ihre Mutter dankbar an.

Und plötzlich verstand sie, woher diese ruhige Stärke in ihr gekommen war, mit der sie den Weggang ihres Mannes ertragen hatte.

Von ihr.

Von dieser kleinen, dünnen Frau mit Erde unter den Fingernägeln.

— Mama, ich möchte einen Laden eröffnen.

— Einen Blumenladen.

Die Mutter schwieg und betrachtete ihre Tochter.

— Dann mach es, — sagte sie schließlich.

— Aber mach es vernünftig.

— Rechne alles durch, lies den Vertrag und informiere dich über die Steuern.

— Stürz dich nicht kopfüber hinein.

— Du bist klug, aber auch kluge Menschen machen dumme Fehler, wenn sie übereilt handeln.

— Es ist nicht übereilt, Mama.

— Ich werde alles genau berechnen.

— Dann viel Glück.

Die Mutter lächelte, und in diesem Lächeln lag mehr Vertrauen in ihre Tochter, als Ljudmila in sechsundzwanzig Ehejahren von irgendjemandem gespürt hatte.

— Nutze meine Datscha für die Blumen.

— Sie soll arbeiten.

— Mama wird sich freuen, wenn die Erde nicht brachliegt.

Die Datscha verkaufte sie nicht.

Im Gegenteil – sie investierte Geld hinein.

Sie nahm Urlaub, fuhr hinaus, baute das alte Gewächshaus ab und stellte ein neues, größeres auf.

Mamas Datscha mit ihren sechs Sotka Land war plötzlich keine Belastung mehr, sondern eine Chance.

Ljudmila pflanzte alles, was sie konnte: Setzlinge zum Verkauf, Stauden und Zwiebelpflanzen.

Die Erde dankte es ihr.

Ihre Hände erinnerten sich – ihre Mutter hatte ihr ganzes Leben lang im Garten gearbeitet, und offenbar erinnerte sich auch Ljudmila daran.

Im Herbst traf sie ihre Entscheidung.

Sie kündigte in der Firma – mit großem Streit, denn ihr Chef wollte eine gute Buchhalterin nicht gehen lassen – und mietete einen winzigen Raum im Erdgeschoss nahe einer Bushaltestelle, an der immer viele Menschen vorbeikamen.

Früher war dort ein Milchladen gewesen: zwei Fenster, ein Verkaufstresen und ein kleiner Lagerraum.

Zuerst meldete sie sich als Selbstständige an, später gründete sie ein Einzelunternehmen.

Den Mietvertrag prüfte sie gründlich – jede einzelne Zeile –, damit der Vermieter sie später nicht ohne Vorwarnung hinauswerfen konnte.

Fünfzehn Jahre als Buchhalterin waren nicht umsonst gewesen: Zahlen, Verträge und Steuern machten ihr keine Angst.

Sie nannte den Laden ganz einfach: „Ljudmila. Blumen“.

Sie ließ ein Schild anbringen – grüne Buchstaben auf weißem Hintergrund.

Am Eröffnungstag zitterten ihre Hände, als sie die Tür aufschloss.

Doch bis zum Mittag hatte sie bereits die Hälfte der Ware verkauft – die Menschen kamen, weil alles frisch war, weil die Blumen nicht alt und abgestanden aus einem Kühlraum wirkten, sondern lebendig, fast wie direkt aus dem Garten.

— Herzlichen Glückwunsch, Ljudotschka! — Tamara Iwanowna kam mit einer Torte vorbei.

— Ich habe es dir doch gesagt.

— Ich habe es dir gesagt!

Ljudmila lachte.

So hatte sie schon lange nicht mehr gelacht.

Das erste Jahr war schwer.

Sie stand um fünf Uhr auf, fuhr zum Großmarkt, um Blumen zu kaufen, anschließend zur Datscha, um ihre eigenen zu holen, dann öffnete sie den Laden und stand bis acht Uhr abends hinter dem Tresen.

Sie war manchmal so erschöpft, dass sie angezogen einschlief.

Aber es war eine andere Art von Müdigkeit – nicht diese graue Erschöpfung, bei der man am liebsten heulen wollte, sondern ehrliche Müdigkeit von einer Arbeit, die einem selbst gehörte.

Sie lernte viel.

Blumensträuße zu binden – anfangs schief und unbeholfen, später immer besser.

Mit Kunden zu sprechen.

Lieferanten abzuweisen, die versuchten, ihr verdorbene Ware unterzuschieben.

So zu kalkulieren, dass am Monatsende nicht nur eine Null stand, sondern ein Plus.

Das Plus war klein, aber es war da.

Sie bekam Stammkunden.

Ein Mann kam jeden Freitag und kaufte einen Strauß für seine Frau – „Wir sind seit zwanzig Jahren verheiratet, aber es ist immer noch wie beim ersten Mal.“

Dann kamen junge Frauen wegen ihrer Hochzeiten.

Schulen bestellten Blumen zum ersten September.

Ljudmila eröffnete Profile in sozialen Netzwerken, stellte dort Fotos ihrer Sträuße ein – und die Bestellungen wurden immer zahlreicher.

Dann kam die erste echte Belastungsprobe.

Ein halbes Jahr nach der Eröffnung erschien der Vermieter – ein massiger, selbstgefälliger Mann namens Kotschetow – im Laden und erklärte sofort:

— Ljudmila Nikolajewna, wir müssen reden.

— Ich sehe, bei Ihnen läuft es gut.

— Sie haben sich etabliert.

— Also, ab dem Ersten kostet die Miete das Anderthalbfache.

— Die Lage ist schließlich gut, Interessenten gibt es genug.

Ein Jahr zuvor – ja, sogar ein halbes Jahr zuvor – wäre Ljudmila nervös geworden, hätte angefangen zu bitten und vermutlich zugestimmt.

Doch jetzt wischte sie sich die Hände ab und trat ruhig hinter dem Tresen hervor.

— Das Anderthalbfache also.

— Genau.

— Wenn es Ihnen nicht gefällt, ziehen Sie aus.

— Mir ist es egal, ich setze hier eine Bäckerei hinein.

— Alexander Petrowitsch, — sagte Ljudmila ruhig, aber bestimmt.

— Wir haben einen Vertrag.

— Für drei Jahre.

— Punkt sieben: Die Miete darf höchstens einmal im Jahr und nur entsprechend der Inflationsrate erhöht werden.

— Diesen Punkt haben Sie selbst hineingeschrieben, erinnern Sie sich?

— Ich habe zugestimmt.

— Und unterschrieben.

— Und jetzt wollen Sie mitten in der Vertragslaufzeit plötzlich das Anderthalbfache.

— So funktioniert das nicht.

Kotschetow wurde wütend.

— Was für ein Punkt?

— Ein Vertrag ist nur ein Stück Papier.

— Ich bin der Eigentümer, ich kann machen, was ich will…

— Ein Vertrag ist kein Stück Papier, — unterbrach ihn Ljudmila.

— Ein Vertrag ist das, was ein Gericht liest, wenn Sie glauben, Sie könnten „machen, was Sie wollen“.

— Wenn Sie ohne Grund vorzeitig kündigen möchten, zahlen Sie mir eine Vertragsstrafe, dafür gibt es ebenfalls einen Punkt.

— Oder Sie erhöhen die Miete gesetzeskonform einmal im Jahr entsprechend der Inflation.

— Ich werde alles ordnungsgemäß erledigen.

— Übrigens war ich fünfzehn Jahre lang Buchhalterin, Verträge kann ich lesen.

Kotschetow lief rot an und kaute auf seinen Lippen.

Er war daran gewöhnt, dass seine Mieter ängstliche Frauen waren, die allem zustimmten.

Aber diese Frau sah ihm direkt in die Augen und sprach mit seinen eigenen Worten – nur juristisch präzise.

— Na gut, — brummte er schließlich.

— Dann eben nach der Inflation.

— Aber ab dem Ersten.

— Ab dem ersten Januar, wie es im Vertrag steht.

— Nicht einfach ab dem Ersten.

Ljudmila lächelte.

— Möchten Sie vielleicht noch Blumen für Ihre Frau?

— Mit einem guten Rabatt.

— Für einen Stammkunden, sozusagen einen Geschäftspartner.

Kotschetow schnaubte, winkte ab und ging.

Tamara Iwanowna, die zufällig dabei gewesen war, schüttelte bewundernd den Kopf.

— Ljud, du bist unglaublich.

— Der kommandiert hier sonst alle Mieter herum, wie er will.

— Und du hast ihn einfach – zack – auf seinen Platz gesetzt.

— Man muss eben lesen, was man unterschreibt, — zuckte Ljudmila mit den Schultern.

— Hätte ich das nur mein ganzes Leben lang so gemacht.

Und sie dachte an die Datscha.

An Sergej, der „nicht gelesen hatte, weil er es eilig zum Angeln hatte“.

Daran, wie viel im Leben manchmal von einer einzigen sorgfältig gelesenen Zeile abhängt.

An ihren ersten großen Auftrag erinnerte sie sich für immer.

Eine sehr junge, völlig verzweifelte Frau kam herein.

— Meine Hochzeit ist in zwei Wochen.

— Aber der Florist, den wir engagiert hatten, ist verschwunden.

— Er hat das Geld genommen und ist einfach weg.

— Brautstrauß, Saaldekoration, Boutonnieren – alles ist geplatzt.

— Ich bin völlig verzweifelt.

— Eine Nachbarin hat mir Sie empfohlen.

Ljudmila wurde ganz kalt.

Eine Hochzeit war nicht dasselbe wie drei Rosen über den Tresen zu verkaufen.

Das bedeutete Verantwortung, Termine und ihren Ruf.

So etwas hatte sie noch nie gemacht.

— Setzen Sie sich, — sagte sie, obwohl innerlich alles in ihr zitterte.

— Erzählen Sie mir alles.

— Welche Farben, welches Kleid, welcher Saal.

— Wir bekommen das hin.

Zwei Wochen lang schlief sie fast nicht.

Sie fuhr zum Großmarkt, probierte, änderte alles wieder, rief bekannte Floristen um Rat an und sah sich nachts Videos an.

Den Brautstrauß band sie ungefähr fünfmal neu, bevor sie zufrieden war.

Und als die Braut am Hochzeitstag den fertigen Strauß in den Händen hielt – Pfingstrosen, Lisianthus und Grün, alles in zartem Rosa – und vor Glück zu weinen begann, verstand Ljudmila: Genau das war es.

Dafür machte sie all das.

— Vielen Dank, — flüsterte die Braut.

— Sie haben meine Hochzeit gerettet.

— Ich werde Sie jetzt jedem weiterempfehlen.

Und sie tat es.

Seit dieser Hochzeit kamen immer mehr Bräute zu Ljudmila – Mundpropaganda funktioniert in einer kleinen Stadt besser als jede Werbung.

Hochzeitssträuße wurden zu ihrer wichtigsten Einnahmequelle.

Sie stellte eine Helferin ein – die Studentin Katja, flink und geschickt.

Der Laden wurde lebendig und begann zu wachsen.

Auch Ljudmila selbst veränderte sich.

Nicht absichtlich – aber wenn man jeden Tag mit Menschen zu tun hat, achtet man automatisch mehr auf sich.

Sie ließ sich die Haare schneiden, färbte die grauen Strähnen und kaufte einige schöne Blusen anstelle ihrer alten ausgeleierten Pullover.

Sie nahm ab – nicht durch Diäten, sondern weil sie ständig auf den Beinen war.

Eines Tages ging sie an einer Schaufensterscheibe vorbei, sah ihr Spiegelbild und erkannte sich nicht sofort: eine schlanke, gepflegte Frau mit einem klaren Gesicht, in einer Schürze mit dem Logo ihres Ladens.

Kein „Sumpf“.

Keine verlassene Ehefrau.

— Du siehst zehn Jahre jünger aus, — sagte Tamara Iwanowna.

— Wirklich.

— Die Scheidung hat dir gutgetan, entschuldige, dass ich das so sage.

— Nicht die Scheidung, — korrigierte Ljudmila sie.

— Die Arbeit.

— Meine eigene Arbeit.

An Sergej dachte sie fast gar nicht mehr.

Gelegentlich hörte sie Gerüchte – die Stadt war klein.

Man sagte, dass es mit Alina nicht funktioniert habe.

Dass er ihr nie eine Wohnung gekauft hatte – nach der Vermögensteilung reichte das Geld nur für eine Mietwohnung.

Dass Alina, die an ein schönes Leben gewöhnt war, sich bald mit einem älteren Mann langweilte, der sich als wesentlich weniger wohlhabend herausstellte, als sie erwartet hatte.

Dass Sergej nun von einer Unterkunft zur nächsten zog und immer noch in derselben Position arbeitete, aus der er unbedingt hatte ausbrechen wollen.

Was tatsächlich passiert war, hatte Ljudmila natürlich nicht gesehen, aber die Stadt setzte die Geschichte Stück für Stück zusammen.

Alina war eine praktische junge Frau.

Anfangs hatte sie Sergej wirklich gemocht – selbstbewusst, erwachsen, er konnte schön reden und versprach ihr die Welt.

Er versprach eine Wohnung.

Er versprach ein besseres Auto.

Er versprach jedes Jahr Urlaub am Meer.

— Serjoscha, wann kommt denn endlich die Wohnung? — Alina saß in der gemieteten Einzimmerwohnung und drehte ihr Handy in den Händen.

— Du versprichst das schon seit einem halben Jahr.

— Ich dachte, wir ziehen endlich in unsere eigenen vier Wände, aber stattdessen hocken wir immer noch hier.

— Alin, du musst verstehen, — Sergej wurde nervös.

— Nach der Teilung mit Ljudmila ist das Geld knapp.

— Die Datscha hat sie, verdammt noch mal, nicht hergegeben, weil es plötzlich diesen Schenkungsvertrag gab.

— Wer hätte das wissen sollen?

— Das heißt also, du hast mich belogen? — Alina kniff die Augen zusammen.

— Große Versprechen gemacht, und in Wirklichkeit bist du arm wie eine Kirchenmaus?

— Ich habe dich nicht belogen!

— Ich dachte…

— Ich wusste nicht, dass es so kommen würde.

— „Ich wusste es nicht.“

Alina stand auf und ging durch das Zimmer.

— Wegen dir habe ich übrigens Igor verlassen.

— Igor hat immerhin eine eigene Wohnung.

— Und ein Auto.

— Und du…

Sie winkte ab.

— Ein Mann über fünfzig, und du hast nicht einmal eine eigene Wohnung.

— Und deine Frau hat dich vermutlich auch nicht ohne Grund verlassen.

— Sie hat mich nicht verlassen, ich habe sie verlassen! — fuhr Sergej auf.

— Ach ja? — Alina grinste.

— Sieht man dir aber nicht an.

— Du wirkst wie ein geprügelter Hund.

Ein Wort gab das andere – und ein paar Monate später packte Alina ihre Koffer, rief ein Taxi und fuhr davon.

Ob zu Igor oder zu einem anderen Mann – Sergej wusste es nicht und wollte es auch nicht wissen.

Zurück blieb die leere Mietwohnung mit kahlen Wänden und er selbst – mitten in dieser Leere, zum ersten Mal seit langer Zeit gezwungen, sein Leben nüchtern zu betrachten.

Und je länger er hinsah, desto deutlicher erkannte er: Er selbst hatte alles zerstört.

Mit seinen eigenen Händen.

Er hatte eine Familie gehabt – sechsundzwanzig Jahre lang –, eine Datscha, eine Wohnung, ein vertrautes warmes Zuhause und eine Frau, die morgens ihre Setzlinge pflegte und keine großen Dinge von ihm verlangte.

All das hatte er für Langeweile gehalten.

Er hatte es gegen „jung und lebendig“ eingetauscht, doch die „Junge und Lebendige“ erwies sich als viel praktischer und kälter als die „langweilige“ Ljudmila.

Eines Tages ging er an einem Laden vorbei und sah das Schild: „Ljudmila. Blumen“.

Grüne Buchstaben auf weißem Hintergrund.

Er blieb stehen.

Wie erstarrt.

Er blickte durch das Fenster – und sah sie.

Hinter dem Tresen, in einer Schürze, während sie einen Strauß band und mit einer Kundin lachte.

Jünger wirkend.

Schön.

Fremd und gleichzeitig so vertraut, dass es ihm unter den Rippen schmerzte.

Damals ging er nicht hinein.

Er stand eine Weile da und ging wieder.

Doch von diesem Tag an konnte er an nichts anderes mehr denken.

Ljudmila hörte diese Gerüchte nur mit halbem Ohr.

In ihr war weder Schadenfreude noch Mitleid.

Er war wie eine Seite, die man umgeblättert hatte: Man erinnerte sich daran, was dort gestanden hatte, hatte aber kein Bedürfnis, sie noch einmal zu lesen.

Und dann kam jener Tag.

Es war ein Freitag Ende Mai – etwas mehr als ein Jahr nach jenem Morgen, an dem er ihr gesagt hatte, dass er sie verlassen würde.

Im Laden war viel los: Vor dem Wochenende kauften alle Blumen.

Ljudmila stand hinter dem Tresen und band einen Strauß aus Pfingstrosen – große, rosa, schwere Knospen, ihre Lieblingsblumen – und bemerkte zunächst nicht, dass jemand in der Tür stehen geblieben war.

Sie hob den Blick.

In der Tür stand Sergej.

Gealtert.

Abgemagert.

Er trug eine Jacke, die sie noch aus ihrem früheren Leben kannte – an den Ellbogen abgewetzt.

Er sah sie an, dann den Laden, die Blumen, wieder sie – und in seinem Gesicht lag etwas, das sie dort noch nie gesehen hatte.

Verlorenheit.

Und Schmerz.

— Ljud, — sagte er leise.

— Hallo, Serjoscha.

Sie legte den Strauß auf den Tresen.

— Möchtest du Blumen?

— Für wen?

Er beantwortete die Frage nicht.

Er trat näher und sah sich um: die ordentlich aufgereihten Eimer voller Blumen, die Preisschilder, sie – schlank, ruhig, schön und fremd.

— Das… gehört alles dir?

— Du hast das ganz allein geschafft?

— Ganz allein.

— Man hat mir davon erzählt, aber ich habe es nicht geglaubt.

Er fuhr sich mit der Hand übers Gesicht.

— Ich dachte, die Leute übertreiben.

— Aber sieh dich an.

— Ein eigener Laden.

— Du… du hast dich verändert, Ljud.

— Du bist ein völlig anderer Mensch.

— Ich bin dieselbe, — sagte sie.

— Du hast früher nur nicht hingesehen.

Er zuckte zusammen – fast dieselben Worte hatte sie ihm vor einem Jahr wegen der Datscha gesagt.

Und offenbar erinnerte auch er sich daran.

Eine Kundin kam in den Laden und bat um drei Rosen.

Ljudmila wickelte sie ruhig ein, nahm das Geld und verabschiedete sich.

Sergej stand da, wartete und knetete seine Mütze in den Händen.

Als sich die Tür hinter der Kundin geschlossen hatte, begann er plötzlich schnell und stockend zu sprechen:

— Ljud.

— Ich bin ein Idiot.

— Ich habe alles verstanden.

— Denk nicht, dass ich wegen des Geldes gekommen bin oder wegen irgendeiner Vermögensteilung, ich will nichts.

— Ich habe einfach…

— Ich habe einen Fehler gemacht.

— Einen so großen Fehler, dass ich ihn kaum in Worte fassen kann.

— Alina war nur eine Laune, eine Verblendung.

— Aber du…

— Du bist echt.

— Du warst immer echt, und ich Idiot habe es nicht gesehen.

— Ich bin der Jugend hinterhergelaufen und habe das, was mir gehörte und vertraut war, mit meinen eigenen Händen weggestoßen.

— Serjoscha…

— Nein, hör mich zu Ende an.

Seine Stimme zitterte.

— Ich leide seit einem Jahr.

— Ein ganzes Jahr.

— Allein in einem gemieteten Zimmer mit kahlen Wänden.

— Als ich heute hierherkam, dachte ich, ich schaue dich nur aus der Ferne an, und das war’s.

— Aber als ich dich gesehen habe, kann ich nicht mehr.

— Ljud.

— Und Alina? — fragte Ljudmila ohne Vorwurf, einfach um zu verstehen, was in seinem Kopf vorging.

— Es gibt keine Alina mehr.

— Schon lange nicht mehr.

Er verzog das Gesicht, als wäre er auf eine Glasscherbe getreten.

— Sie ist gegangen.

— Sie wollte die Wohnung, nicht mich.

— Jugend, Schönheit – und innen drin nichts als Leere und Eis.

— Das habe ich verstanden, nur leider zu spät.

— Du hast die Erde geliebt, die Blumen, das Zuhause.

— Und sie wollte immer nur nehmen.

— Ich Idiot habe den Unterschied nicht gesehen, bis…

— Bis nur noch kahle Wände übrig waren, — beendete Ljudmila leise seinen Satz.

— Bis nur noch kahle Wände übrig waren, — wiederholte er wie ein Echo und senkte den Kopf.

Sie sah ihn an und stellte fest, dass sie weder Schadenfreude noch Schmerz empfand – nur ein seltsames, distanziertes Verständnis.

Er hatte sich nicht verändert.

Das Leben hatte ihm lediglich die Rechnung präsentiert.

Und nun war er gekommen – nicht weil er sie plötzlich wirklich als Menschen erkannt hatte, sondern weil er mit nichts zurückgeblieben war und sich an den sicheren Hafen erinnerte, den er selbst niedergebrannt hatte.

— Serjoscha, — sagte sie.

— Du willst jetzt nicht mich zurück.

— Du willst das zurück, was früher war.

— Wärme, Geborgenheit, jemanden neben dir, der nachts atmet.

— Ich verstehe das.

— Aber das, was früher war, gibt es nicht mehr.

— Und auch die frühere Ljudmila gibt es nicht mehr.

— Es gibt eine andere Ljudmila.

— Sie hat einen Laden, eine Datscha, ihre Arbeit und ihren eigenen Schlüssel zu ihrer eigenen Tür.

— Und weißt du was?

— Dieser Ljudmila geht es allein gut.

— Zum ersten Mal in ihrem Leben geht es ihr gut.

— Sag das nicht, — schüttelte er den Kopf.

— Man kann sich allein nicht gut fühlen.

— Der Mensch ist nicht dafür gemacht…

— Doch, — unterbrach sie ihn sanft.

— Man kann.

— Und wie.

Und dann tat er etwas, womit sie überhaupt nicht gerechnet hatte.

Er ging auf die Knie.

Direkt dort, auf dem Boden des Blumenladens, mitten zwischen den Eimern mit Rosen und Pfingstrosen, kniete ein nicht mehr junger, kräftiger Mann vor seiner Ex-Frau.

— Verzeih mir.

— Komm zurück.

— Oder lass mich zurückkommen, ich weiß nicht, wie man es richtig sagt.

— Ich werde alles wiedergutmachen.

— Ich bin zu allem bereit.

— Schick mich nur nicht weg.

Im Laden wurde es ganz still.

Irgendwo tropfte Wasser aus einem Eimer.

Es roch nach Pfingstrosen – schwer, süß und beinahe berauschend.

Ljudmila blickte auf ihn hinunter.

Auf seinen grau werdenden Kopf, den gebeugten Rücken, die Hände, die er ihr entgegenstreckte.

Und in ihr stieg etwas Kompliziertes und Vielschichtiges auf – kein Triumph, nein.

Eher Verwunderung.

Der Mann, der sie vor einem Jahr alt genannt hatte, der gesagt hatte, er fühle sich neben ihr wie ein Greis, der stolz und aufgerichtet zu seiner „jungen und lebendigen“ Geliebten gegangen war – kniete nun auf dem etwas schmutzigen Boden und bat darum, zurückkehren zu dürfen.

Sie hätte vieles sagen können.

Sie hätte ihn an seine Worte „Neben dir fühle ich mich wie ein alter Mann“ erinnern können.

An die Datscha, die er verkaufen wollte, um für Alina eine Wohnung zu finanzieren.

Daran, wie er seinen Sessel und den Fernseher mitgenommen hatte.

An die leeren Rechtecke auf der Tapete.

An die Nächte, in denen sie in einem leeren Bett aufgewacht war und neu lernen musste zu atmen.

Doch sie schwieg.

Denn plötzlich begriff sie: All das spielte keine Rolle mehr.

Nicht, weil sie ihm verziehen hatte.

Sondern weil der Mensch, der vor ihr auf den Knien lag, ihr – sie horchte in sich hinein und war selbst überrascht – vollkommen fremd geworden war.

Wie ein Passant.

Wie eine Seite in einem Buch, die man zu Ende gelesen und ins Regal gestellt hatte.

— Steh auf, Serjoscha, — sagte sie schließlich.

— Der Boden ist kalt.

— Sonst erkältest du dir noch die Knie.

Er hob den Blick zu ihr – voller Hoffnung.

— Das heißt…

— Du schickst mich nicht weg?

— Das heißt, es gibt noch eine Chance?

Ljudmila sah ihn lange an.

Draußen vor dem Schaufenster gingen Menschen vorbei, die Maisonne schien, und die Stadt lebte ihr eigenes Leben – jenes Leben, in dem sie jetzt ihren eigenen Platz, ihre eigene Arbeit und ihren eigenen Namen auf dem Ladenschild hatte.

Sie nahm den Pfingstrosenstrauß vom Tresen – große rosa Knospen, schwer und voller Leben – und hielt ihn ihm nach kurzem Zögern hin.

— Hier.

— Von mir.

— Kostenlos.

Sergej nahm die Blumen verwirrt entgegen.

— Was… soll das bedeuten?

— Gar nichts, — sagte Ljudmila und lächelte ruhig, ohne Wut und ohne Schmerz, so wie man einem alten Bekannten zulächelt.

— Es sind einfach Blumen, Serjoscha.

— Manchmal sind Blumen einfach nur Blumen.

Sie drehte sich zu den Eimern um und begann, die Stiele zu sortieren.

Hinter ihr blieb es still.

Dann knarrte die Tür, und das Glöckchen klingelte.

Ljudmila drehte sich nicht um – deshalb sah sie auch nicht, ob er mit dem Strauß gegangen war oder ihn auf dem Tresen zurückgelassen hatte, ob er ganz aufgestanden war oder noch immer in der Tür stand.

Sie sortierte einfach weiter die Blumen, atmete den Duft der Pfingstrosen ein und dachte daran, dass morgen Samstag war, viele Bestellungen warteten und sie nicht vergessen durfte, morgens zuerst zur Datscha zu fahren – dort waren bereits die ersten Hortensien bereit zum Schneiden.

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