— Gewöhn dich daran, sie wird bei uns wohnen, — verkündete mein Mann.

Eine Minute später beendete ich unsere Ehe und setzte beide vor die Tür.

Im Flur stank es nach süßlichem Vape-Dampf und einer fremden Lederjacke.

Auf dem Boden neben Olgas makellos sauberen Schuhen lagen weiße Turnschuhe herum.

Größe 37.

Olga trug Größe 39.

Auf dem Hocker lag ein rosafarbener Rucksack mit Glitzer.

Aus der Küche waren der laufende Fernseher und das Klirren eines Löffels am Rand ihrer liebsten Porzellantasse zu hören.

Olga stellte ihre Reisetasche vorsichtig ab.

Sie war zwei Tage früher von einer Geschäftsreise nach Kasan zurückgekehrt.

Der Flug war verschoben worden, und ihr Handy hatte sich im Taxi ausgeschaltet.

Jetzt, am Dienstagmittag, spielte sich in ihrer Wohnung ein fremdes Leben ab.

Sie ging zwei Schritte den Flur entlang.

In ihrem Inneren zerbrach nichts.

Es wurde einfach nur sehr still und kalt.

Olga blieb in der Küchentür stehen.

Am Tisch saß ein Mädchen von ungefähr zwanzig Jahren.

Eine Naturblondine.

Ihre Füße in weißen Socken lagen auf dem Stuhl neben ihr.

Das Mädchen trug einen smaragdgrünen Seidenmorgenmantel.

Olgas Morgenmantel, den sie aus Dubai mitgebracht hatte.

Das Mädchen aß Joghurt und sah sich auf einem Tablet eine Serie an.

— Guten Appetit, — sagte Olga.

Das Mädchen zuckte zusammen.

Der Löffel fiel klirrend zu Boden.

Die Blondine starrte Olga an und klimperte mit ihren geschminkten Wimpern.

— Wer sind Sie? — platzte das Mädchen heraus.

Ihre Stimme war unangenehm schrill.

— Gute Frage, — Olga lehnte sich an den Türrahmen.

— Und wer sind Sie?

— Und warum tragen Sie meine Sachen?

Das Mädchen nahm langsam die Füße vom Stuhl.

In ihren Augen war keine Angst zu erkennen.

Nur Verärgerung.

Sie zog den Morgenmantel enger um sich.

— Ich bin Kristina.

— Und Sie sind offenbar Olga.

— Max hat gesagt, dass Sie erst am Donnerstag zurückkommen.

— Max hat das gesagt, — wiederholte Olga wie ein Echo.

— Wie interessant.

— Ja, das hat er gesagt, — Kristina hob trotzig das Kinn.

— Wir müssen ernsthaft miteinander reden.

— Max und ich lieben uns.

— Er hat gesagt, dass zwischen Ihnen schon lange alles vorbei ist.

— Sie leben nur noch wie Mitbewohner.

Olga betrachtete den rosafarbenen Nagellack auf Kristinas Fingernägeln.

— Steh auf, — befahl Olga ruhig.

— Was?

— Steh von meinem Stuhl auf.

— Zieh den Morgenmantel aus.

— Und leg ihn auf den Tisch.

Kristina schnaubte.

— Ach, bitte keine solchen Szenen.

— Max hat mich davor gewarnt, dass Sie hysterisch sind.

— Wir werden übrigens hier wohnen.

— Er hat jedes Recht, in seine Wohnung zu bringen, wen er möchte.

— In seine Wohnung, — Olga lachte kurz auf.

Nicht aus Freude.

Sondern wegen dieser vollkommen klaren und unverfälschten Unverschämtheit.

— Hat er das wirklich so gesagt?

— Natürlich! — Kristina streckte stolz die Brust heraus.

— Das ist gemeinsames Eigentum.

— Er hat für die Renovierung bezahlt!

Olga holte ihr Handy aus der Tasche.

Sie schloss es an eine Powerbank an.

Der Bildschirm leuchtete auf.

— Die Renovierung hat drei Millionen Rubel gekostet, — sagte Olga trocken.

— Davon hat dein Max vierzigtausend für die Fliesen in der Toilette beigesteuert.

— Die er anschließend selbst zerbrochen hat.

— Zieh den Morgenmantel aus.

— Sofort.

In diesem Moment drehte sich ein Schlüssel im Schloss.

Die Tür fiel ins Schloss.

Schwere Schritte waren zu hören.

— Kris, Schatz, ich habe uns Sushirollen mitgebracht! — rief Maxim fröhlich aus dem Flur.

— Und einen halben Liter dunkles Bier.

— So, wie du es wolltest.

Maxim betrat mit den Liefertüten die Küche.

Dann sah er Olga.

Die Tüten rutschten ihm aus den Händen.

Ein Plastikbehälter mit Sojasoße platzte knirschend im Inneren des Kartons.

Eine dunkle Pfütze breitete sich langsam über das helle Parkett aus.

— Olga? — Maxim wurde blass.

— Warum bist du schon heute hier?

— Der Flug wurde abgesagt, — Olga blickte auf die sich ausbreitende Sojasoße.

— Wisch das auf.

— Das ist deutsches Parkett.

— Es kostet zweihunderttausend Rubel.

— Welches Parkett, Olga? — Maxim schluckte.

Er sah Kristina an und dann wieder seine Frau.

In seinen Augen verwandelte sich die Panik schnell in Aggression.

Die Schutzreaktion eines Feiglings.

— Max, sie verlangt, dass ich den Morgenmantel ausziehe! — beschwerte sich Kristina und ging zu ihm.

Theatralisch schmiegte sie sich an seine Schulter.

— Sag ihr, dass das jetzt auch mein Zuhause ist.

Maxim räusperte sich.

Er straffte die Schultern.

Er beschloss, das Spiel bis zum Ende durchzuziehen.

— Olga, wenn es nun schon so gekommen ist, — Maxims Stimme zitterte, wurde dann aber fester.

— Mach keinen Skandal.

— Ich wollte es dir am Donnerstag sagen.

— Wir lassen uns scheiden.

— Ich habe eine echte Frau kennengelernt.

— Eine Frau, die mir wegen meiner Arbeit nicht ständig Vorwürfe macht.

— Wunderbar, — Olga nickte.

— Dann lassen wir uns scheiden.

— Pack deine Sachen.

— Und nimm dein Mädchen mit.

— Ich gehe nirgendwohin, — Maxim machte einen Schritt nach vorn.

— Das ist unsere gemeinsame Wohnung.

— Wir sind seit vier Jahren verheiratet.

— Die Wohnung wurde vor drei Jahren gekauft.

— Die Hälfte gehört mir.

Olga ging zum Fenster.

Hinter der Scheibe fiel nasser Novemberschnee.

Die Scheibenwischer kratzten über die Windschutzscheiben der Autos.

— Bist du dir sicher, Maxim? — fragte sie, ohne sich umzudrehen.

— Natürlich bin ich mir sicher! — brüllte er.

— Ich habe mich von einem Anwalt beraten lassen.

— Alles, was während der Ehe erworben wurde, wird zur Hälfte geteilt.

— Du verdienst mehr, aber das Gesetz ist das Gesetz.

— Ich bekomme die Hälfte des Wertes der Wohnung.

— Das sind acht Millionen Rubel.

— Oder wir werden gemeinsam mit Kris hier wohnen, bis du mir meinen Anteil ausgezahlt hast.

— Das Gesetz erlaubt es.

Olga drehte sich um.

Sie sah ihn an, als wäre er nichts weiter als leere Luft.

— Du hast dich also von einem Anwalt beraten lassen, — sagte sie langsam.

— Aber hast du schon einmal versucht zu lesen?

— Dokumente zum Beispiel.

— Deine eigenen Dokumente.

Maxim runzelte die Stirn.

— Welche Dokumente?

— Ich kenne meine Rechte.

Olga verließ wortlos die Küche.

Sie ging ins Schlafzimmer.

Auf dem Bett lag zerknüllte Bettwäsche.

Ihre Bettwäsche, die vierzigtausend Rubel gekostet hatte.

Daneben lag eine geöffnete Packung billiger Kondome.

In ihrem Inneren fiel etwas endgültig ins Schloss.

Sie öffnete den Schrank.

Dann gab sie den Code des versteckten Safes ein.

Die Tür klickte.

Olga holte eine dünne blaue Mappe heraus.

Als sie in die Küche zurückkehrte, warf sie die Mappe auf den Tisch, direkt neben die verschüttete Sojasoße.

— Öffne sie, Max, — sagte sie.

Maxim warf der Mappe einen misstrauischen Blick zu.

Kristina reckte den Hals.

— Was ist das? — fragte er.

— Deine Eintrittskarte in eine strahlende Zukunft.

— Mach sie auf.

Er griff nach der Mappe.

Dann holte er zwei zusammengeheftete Blätter mit einem blauen Stempel heraus.

Er begann zu lesen.

Seine Lippen bewegten sich lautlos.

Mit jeder Sekunde näherte sich Maxims Gesichtsfarbe immer mehr der Farbe der Wand an.

— Ein Ehevertrag? — flüsterte Kristina und blickte ihm über die Schulter.

— Max, was bedeutet das?

— Das kann nicht sein, — Maxim warf die Blätter auf den Tisch.

— Ich habe das nicht unterschrieben!

— Doch, das hast du, — erwiderte Olga scharf.

— Im April 2022.

— Damals hattest du dich mit deinem genialen Krypto-Start-up bis über beide Ohren verschuldet.

— Inkassounternehmen suchten nach dir.

— Wir trafen eine Vereinbarung.

— Ich bezahle deine Schulden in Höhe von eineinhalb Millionen Rubel, und dafür gehen wir zum Notar.

— Gütertrennung für alles.

— Alles, was auf meinen Namen eingetragen ist, gehört mir.

— Alles, was auf deinen Namen eingetragen ist, gehört dir.

— Du bist damals selbst vor mir zum Notar gerannt, damit die Gläubiger mein Gehaltskonto nicht pfänden konnten.

— Hast du das vergessen?

Maxim atmete schwer.

— Aber die Wohnung…

— Die Hypothek…

— Wir haben doch aus unserem gemeinsamen Budget bezahlt!

— Die Hypothek läuft auf meinen Namen.

— Die Raten wurden von meinem persönlichen Konto bezahlt, — Olga sprach in kurzen, abgehackten Sätzen wie eine Maschine.

— Die Anzahlung betrug sechs Millionen Rubel.

— Das war das Geld aus dem Verkauf des Ferienhauses meiner Großmutter.

— Auch dieses Geld gehörte mir bereits vor der Ehe.

— Rechtlich gesehen bist du hier niemand.

— Nur ein Gast.

In der Küche herrschte eine dröhnende Stille.

Man hörte nur das Wasser aus dem nicht richtig zugedrehten Wasserhahn tropfen.

— Max, — Kristinas Stimme zitterte.

— Du bist hier also gar nicht der Eigentümer?

— Halt die Klappe, — zischte Maxim.

Er drehte sich zu Olga um.

Sein Gesicht war rot geworden, und an seinem Hals trat eine Ader hervor.

— Du berechnendes Miststück, — spuckte er hervor.

— Du hast das von Anfang an geplant!

— Du hast mir das Geld absichtlich gegeben, um mich später mit nichts zurückzulassen!

— Ich habe dich vor einem Gerichtsverfahren gerettet, — entgegnete Olga.

— Und zum Dank hast du eine junge Schlampe in mein Bett gebracht.

— Ihr habt fünfzehn Minuten.

Olga sah auf die Uhr.

Es war 12:40 Uhr.

— Fünfzehn Minuten wofür? — fragte Kristina.

— Um eure Sachen zusammenzupacken.

— In sechzehn Minuten drücke ich den Alarmknopf.

— Dann kommt der Sicherheitsdienst.

— Ich werde sagen, dass Fremde in die Wohnung eingedrungen sind.

Maxim ballte die Fäuste.

— Olga, du kannst das nicht machen.

— Wir sind doch Menschen.

— Ich habe keinen Ort, an den ich gehen kann!

— Dann gehst du zu Kristina, — Olga nickte in Richtung des Mädchens.

— Ich wohne in einem Studentenwohnheim, — piepste Kristina.

— Ich habe dort nur einen Schlafplatz.

— Männer dürfen nicht hinein.

Olga grinste.

— Was für eine wunderschöne Liebesgeschichte.

— Packt eure Sachen.

— Die Zeit läuft.

Plötzlich zog Maxim sein Handy heraus.

— Ich rufe meine Mutter an!

— Sie wird dir den Kopf zurechtrücken.

— Du hast kein Recht, deinen Ehemann bei dieser Kälte hinauszuwerfen!

Hektisch wählte er eine Nummer und schaltete den Lautsprecher ein.

— Söhnchen? — ertönte Sinaida Petrownas muntere Stimme aus dem Lautsprecher.

— Mama, Olga wirft mich raus!

— Sie hat mir heimlich einen Ehevertrag untergeschoben und nimmt mir jetzt die Wohnung weg! — schrie Maxim.

— Was?! — rief seine Mutter entsetzt.

— Gib sie mir sofort ans Telefon!

— Olga, was erlaubst du dir eigentlich?

— Hast du vergessen, wer dir beim Tapezieren geholfen hat?

— Wir haben diese Wohnung gemeinsam eingerichtet!

— Mein Sohn hat seine ganze Seele hineingesteckt!

— Die Hälfte gehört uns!

— Ich komme sofort mit der Polizei!

Olga beugte sich zum Telefon.

— Sinaida Petrowna.

— Ihr Sohn hat hier nur seinen Dreck hinterlassen.

— Und den Vertrag hat er bei vollem Verstand unterschrieben, als ich ihn vor einer Gefängnisstrafe wegen Betrugs gerettet habe.

— Ich warte bereits auf die Polizei.

— Kommen Sie ruhig vorbei.

— Dann können Sie ihm helfen, seine Taschen zu tragen.

Sie beendete das Gespräch.

— Noch zehn Minuten, — verkündete Olga.

Kristina sprang auf.

Sie rannte in den Flur, schnappte sich ihren rosafarbenen Rucksack und begann hektisch, Sachen aus dem Schrank hineinzustopfen.

Olga folgte ihr.

Kristina griff gerade nach dem Regal mit den Kosmetikartikeln.

— Stell das zurück, — Olgas Stimme klang wie Metall.

— Das gehört mir!

— Max hat es gekauft! — kreischte Kristina und drückte eine teure Creme für zwanzigtausend Rubel an ihre Brust.

— Max ist seit acht Monaten arbeitslos.

— Er hat das mit meiner Kreditkarte gekauft.

— Stell es zurück.

— Sofort.

Kristina biss die Zähne zusammen.

Sie warf den Cremetiegel zurück ins Regal.

— Der Morgenmantel, — erinnerte Olga sie.

Kristina sah sie wütend an.

— Sie sind verrückt!

— Was soll ich denn anziehen?

— Darunter trage ich nur Unterwäsche!

— Zieh deine eigenen Sachen an, — Olga deutete auf die zerknüllten Jeans und das Oberteil auf dem Boden.

— Und gib mir meine Sachen zurück.

— Sofort.

Kristina löste hastig den Gürtel.

Der Morgenmantel glitt zu Boden.

Das Mädchen stand in billiger Spitzenunterwäsche da.

Ihre Haut war von Gänsehaut bedeckt.

Sie schnappte sich ihre Jeans und begann, sie hüpfend auf einem Bein anzuziehen.

In diesem Moment kam Maxim aus dem Schlafzimmer.

Er zog einen großen Koffer hinter sich her.

In einer Hand hielt er die Autoschlüssel.

— Ich nehme das Auto mit, — sagte er finster.

— Ich habe dafür gespart.

— Das Auto? — Olga hob die Augenbrauen.

— Den Škoda Octavia für drei Millionen Rubel?

— Ja.

— Und wage es nicht, mir Vorschriften zu machen.

Olga streckte die Hand aus.

— Die Schlüssel.

— Was?

— Die Schlüssel vom Škoda.

— Gib sie her.

Sie trat ganz nah an ihn heran.

— Maxim.

— Wem gehört das Auto laut Ehevertrag?

— Demjenigen, auf dessen Namen es zugelassen ist.

— Es ist auf meinen Namen zugelassen.

— Du selbst wolltest es so, damit du keine Steuern und Bußgelder bezahlen musst.

— Du hast alles auf mich abgewälzt.

— Die Schlüssel.

— Sonst melde ich das Auto sofort als gestohlen.

— Die Kameras im Hof funktionieren.

Maxim wich zurück.

Sein Gesicht verzerrte sich.

— Du…

— Du lässt mich zu Fuß gehen?

— Draußen sind minus zehn Grad!

— Ich habe nicht einmal Arbeit!

— Diesen Weg hast du selbst gewählt.

— Ein Auto ist auf diesem Weg nicht vorgesehen.

Mit aller Kraft warf er den Autoschlüssel auf den Boden.

Das Plastik knackte kläglich, doch die Schlüssel blieben unbeschädigt.

— Komm, Kris, — presste Maxim hervor.

— Mit dieser Verrückten haben wir nichts mehr zu besprechen.

Er griff nach seiner Winterjacke an der Garderobe.

Eine dicke, teure Daunenjacke einer bekannten Marke.

Olga hielt seinen Arm fest.

— Zieh sie aus.

Maxim starrte sie fassungslos an.

— Olga, bist du völlig durchgedreht?

— Draußen ist Frost!

— Diese Daunenjacke hat hundertvierzigtausend Rubel gekostet, — sagte Olga mit eisiger Stimme.

— Ich habe sie dir zu Neujahr gekauft.

— Die Quittung befindet sich in meinem E-Mail-Postfach.

— Sie ist mein Eigentum.

— Lass sie hier.

— Olga, ich werde erfrieren!

— Ich habe nur noch eine dünne Herbstjacke! — zum ersten Mal waren in seiner Stimme echte, weinerliche Töne zu hören.

— Das ist bereits grausam!

— Wir sind doch keine Fremden!

— Wir haben fünf Jahre zusammengelebt!

Olga sah ihm in die Augen.

Dort waren weder Reue noch Schmerz wegen seines Verrats zu erkennen.

Dort war nur die tierische Angst, auf seinen Komfort verzichten zu müssen.

Auf kostenloses Essen, das Auto und warme Kleidung.

Auf ihr Geld.

— Wir sind keine Fremden, — stimmte Olga zu.

— Aber für alles muss man bezahlen.

— Zieh die Daunenjacke aus.

— Oder ich lasse sie dir zusammen mit der Polizei ausziehen.

Mit zitternden Händen öffnete Maxim den Reißverschluss.

Dann warf er ihr die schwere Jacke direkt ins Gesicht.

— Erstick doch an deinen Sachen! — schrie er.

Er griff nach der dünnen blauen Windjacke im Regal und warf sie sich über die Schultern.

Dann nahm er seinen Koffer.

Kristina schniefte und huschte hinter ihm ins Treppenhaus.

Der rosafarbene Rucksack baumelte lächerlich auf ihrem Rücken.

Olga schloss die Tür hinter ihnen.

Der Mechanismus im Schloss klickte schwer.

Sie rief sofort einen Schlosser an.

Der Schließzylinder sollte ausgetauscht werden.

Eine halbe Stunde und dreitausend Rubel.

Eine Kleinigkeit.

In der Wohnung herrschte absolute Stille.

Olga ging zur Garderobe.

Sie hob die schwere Männerdaunenjacke vom Boden auf.

Sie roch nach dem teuren Parfüm, das Olga ihm ebenfalls geschenkt hatte.

Sie öffnete die Wohnungstür.

Maxim und Kristina fuhren bereits mit dem Aufzug nach unten.

Olga ging zum Müllschlucker, öffnete die schwere Metallklappe und warf die Daunenjacke für hundertvierzigtausend Rubel angewidert hinein.

Mit einem dumpfen Geräusch fiel die Jacke in die Dunkelheit.

Sie kehrte in die Wohnung zurück.

Sie goss Chlorreiniger ins Waschbecken und warf den Schwamm hinein, mit dem Kristina ihre Tasse gespült hatte.

In ihrer Seele herrschte Leere, aber das Atmen fiel ihr plötzlich erstaunlich leicht.

Draußen wirbelten eisige Novemberflocken durch die Luft.

Maxim trat jetzt in seiner dünnen Windjacke hinaus in diesen kalten Wind.

Und hätten Sie ihm zur Erinnerung an fünf Ehejahre die Winterjacke gegeben, oder sollte ihn seine wahre Liebe warmhalten?

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