— Dein Häuschen verkaufen wir, Mama braucht das Geld dringender!

Sergej warf die Autoschlüssel auf den Esstisch und begann, seine Jacke aufzuknöpfen.

Er sagte das gleich von der Tür aus so leicht und beiläufig, als ginge es um einen alten, kaputten Fernseher, den man längst zu den Müllcontainern hätte bringen sollen.

Anja erstarrte am Herd.

Der Topflappen glitt ihr aus den Fingern und fiel weich auf den Rand des Tisches.

— Welches Häuschen? — fragte sie verblüfft, ohne sich umzudrehen.

— Von wessen Datscha sollte ich denn sonst sprechen?

— Von meiner jedenfalls nicht, ich habe ja keine.

Ihr Mann zog seine Schuhe aus, stieß sie achtlos in Richtung des Schuhregals und ging in die Küche.

Er rieb sich die Hände und blickte über Anjas Schulter in die Pfanne.

— Wir sind eine Familie, Anja.

— Bei Mama verfaulen die Fußböden, und die Rohre im Badezimmer sind so undicht, dass sie bald die Nachbarn unter ihr überschwemmt.

— Dort kann man kaum noch leben.

— Sie hat heute angerufen und war den Tränen nahe.

— Eine Handwerkertruppe hat sie schon gefunden, aber sie hat kein Geld, um sie zu bezahlen.

— Und du züchtest auf deinen sechs Ar nur Unkraut.

— Es ist Zeit, diesen Ballast loszuwerden.

— Ich habe es bereits überschlagen: Für eine gute Renovierung wird das Geld genau reichen, und sogar für neue Möbel wird noch etwas übrig bleiben.

Anja schaltete langsam die Herdplatte aus.

In ihrem Inneren gefror alles angesichts dieser ungetrübten, kristallklaren Unverschämtheit.

— Warum sollte ich die komplette Renovierung deiner Mutter bezahlen, indem ich mein Erbe verkaufe?

Sie drehte sich um und sah ihrem Mann fest in die Augen.

— Das ist das Grundstück meiner Tante.

— Es ist auf meinen Namen eingetragen.

— Und es wird nicht verkauft.

Sergej verzog das Gesicht.

Er nahm eine Tasse aus dem Schrank und goss sich Wasser aus dem Filter ein.

Diese herablassende Art von ihm brachte Anja jedes Mal zur Weißglut.

Er war fest davon überzeugt, dass seine Frau ein wenig murren, sich der Form halber empören und auf ihre Rechte pochen würde, am Ende aber trotzdem nachgeben und alles so machen würde, wie es für ihn und seine kostbare Sinaida Petrowna bequem war.

— Fängst du schon wieder damit an? — Sergej nahm einen Schluck Wasser.

— Mama und ich haben gestern bereits alles besprochen.

— Ein Käufer wird sich schnell finden, die Lage ist gut und die Gegend gilt als angesehen.

— Am Wochenende fahre ich abends hin und mache Fotos vom Grundstück für die Anzeige.

— Ich werde dem Verkauf nicht zustimmen.

— Träum weiter.

— Deine Mutter soll einen Kredit aufnehmen.

— Oder du nimmst einen auf.

— Ihr habt doch schon alles besprochen.

— Anja, erfinde nicht grundlos ein Problem, — presste Sergej hervor, und die gutmütigen Töne verschwanden aus seiner Stimme.

— Du bist dort im Sommer zweimal.

— Meine Mutter dagegen hat ein echtes Problem.

Das war auch verständlich.

Sinaida Petrowna hatte das Eigentum ihrer Schwiegertochter immer als eine Art gemeinsamen Fonds betrachtet, aus dem man bei Bedarf schöpfen konnte.

Als Anja dieses kleine Fertighäuschen vor vier Jahren überschrieben worden war, kam die Schwiegermutter als Erste mit großartigen Plänen angerannt.

Sie erklärte, wie man dort am besten alles abreißen sollte, wo man eine Sauna für Sergej errichten und wo man Beete anlegen könnte, damit Anja sie im Winter mit Eingemachtem versorgte.

Damals blieb Anja hart.

Sie verteidigte ihren Rückzugsort.

Sie sagte, dass es keine Beete geben würde, sondern einen Rasen und Ruhe.

Die Schwiegermutter presste daraufhin die Lippen zusammen, nannte ihre Schwiegertochter eine verwöhnte Frau, die sich die Hände nicht schmutzig machen wollte, und rief ein halbes Jahr lang nicht an.

Doch Sergej fand schnell eine Verwendung für das erkämpfte Gebiet.

In den vergangenen zwei Jahren hatte er Anjas Datscha in ein Lager verwandelt.

Er brachte allen möglichen Schrott dorthin.

Rostige Rohre, alte Heizkörper, irgendwelche Stücke Bewehrungsstahl von Baustellen und Ersatzteile von seinem alten Auto, das er längst verkauft hatte.

— Das kann man noch gebrauchen, in einem Haushalt braucht man alles, und Eisen ist heutzutage teuer, — wies er ihre berechtigten Beschwerden stets ab.

Am Ende war die Hälfte des Grundstücks dicht mit Metall zugestellt, während das Häuschen vor dem Hintergrund verzinkter Fässer und verbogener Profile beinahe verschwand.

— Meine Antwort lautet Nein, Sergej, — sagte Anja deutlich und verschränkte die Arme vor der Brust.

— Das Grundstück gehört mir.

— Ich verkaufe es nicht.

— Punkt.

Sergej stellte die Tasse mit einem Knall auf die Arbeitsplatte.

Wasser schwappte auf den Kunststoff.

— Also gut, — sagte er und richtete einen Finger auf seine Frau.

— Morgen bringe ich einen Makler dorthin.

— Wir lassen alles bewerten.

— Und wenn sich Käufer mit Bargeld finden, werde ich sehen, wie du dich weigerst, die Papiere zu unterschreiben.

— Mama hat der Handwerkertruppe bereits eine Anzahlung versprochen.

— Du wirst mich vor meiner Mutter nicht blamieren.

— Ich habe gesagt, dass wir verkaufen, also verkaufen wir.

Er drehte sich abrupt um und ging in den Flur.

Er griff nach seiner Jacke und den Autoschlüsseln.

— Ich fahre zu meiner Mutter und helfe ihr, die Sachen vor der Renovierung zusammenzupacken! — rief er von der Tür aus.

— Und du beruhigst dich inzwischen und denkst über deinen Egoismus nach!

Die Eingangstür fiel ins Schloss.

Anja blieb mitten in der Küche stehen.

Es pochte in ihren Schläfen.

Er hatte also bereits alles entschieden.

Er hatte eine Anzahlung versprochen.

Er hatte einen Makler gefunden.

Und sie war einfach vor vollendete Tatsachen gestellt worden, weil „Mama es dringender brauchte“.

Ihr Blick fiel auf das Telefon.

Es lag auf der Fensterbank.

Morgen wollte er also den Makler hinbringen.

Na schön.

Entschlossen nahm sie das Handy und scrollte im Telefonbuch bis zum Buchstaben „M“.

Es klingelte nicht lange.

— Mischa?

— Hallo, hier ist Anja, deine Nachbarin von der Datscha.

— Sieh einer an, wen haben wir denn da! — dröhnte die Bassstimme des Nachbarn, eines örtlichen Alleskönners, der das ganze Jahr über in der Siedlung lebte, aus dem Hörer.

— Hallo, Nachbarin.

— Hat dein werter Gatte schon wieder Metallkram gebracht?

— Bald fällt das Zeug noch auf mein Grundstück.

— Schlimmer, Mischa.

— Hör mal, du hast doch am Wochenende damit geprahlt, dass du ein neues Schweißgerät gekauft hast?

— Irgendein besonders leistungsstarkes.

— Stimmt, — antwortete Mischa vorsichtig.

— Muss etwas geschweißt werden?

— Ja.

— Und zwar unbedingt.

— Es muss nicht nur ein bisschen geschweißt werden.

— Bist du heute zu Hause?

— Ich komme sofort vorbei.

— Ich habe etwas zu erledigen.

— Es ist dringend, und ich glaube, es wird dir gefallen.

— Ich warte, — antwortete der Nachbar knapp.

Nach vierzig Minuten erreichte Anja die Datschensiedlung.

Ihre Stimmung war überraschend ruhig.

Keine Tränen und keine hysterischen Anfälle.

In ihrem Kopf gab es nur einen kalten, sorgfältig durchdachten Plan.

Mischa wartete bereits am Zaun auf sie.

Mit Segeltuchhandschuhen an den Händen und einer Schweißmaske auf der Stirn betrachtete er kritisch den grünen Metallzaun von Anjas Grundstück.

Hinter dem Zaun erhob sich genau jener Berg aus Sergejs Schrott.

Dort gab es alles Mögliche: gusseiserne Badewannen, Rohrbündel und alte Autofelgen.

— Also, erzähl mal, Hausherrin, — sagte der Nachbar und schob seine Mütze in den Nacken.

— Wen werden wir einmauern?

Anja schilderte ihm kurz und emotionslos die Situation.

Sie beschwerte sich nicht über ihr Leben, sondern nannte einfach nur die Tatsachen.

Ihr Mann hatte beschlossen, ihre Datscha ohne ihr Wissen zu verkaufen, um damit die Renovierung seiner Mutter zu bezahlen.

Am nächsten Tag wollte er den Makler hinbringen.

Mischa pfiff und sah auf den Metallberg.

— Ganz schön großzügig, wie er darüber verfügt.

— Gehört das Eisen ihm?

— Ja, — nickte Anja.

— Er hat es gesammelt wie Koschtschei seinen Schatz.

— Er sagte immer, hier liege ein Vermögen.

— Ob Vermögen oder nicht, für eine gute Renovierung reicht es, — grinste der Nachbar und schätzte die Menge ab.

— Drei Tonnen werden es bestimmt sein, wenn nicht mehr.

— Altmetall ist derzeit viel wert, und dazwischen findet sich sogar etwas Kupfer.

— Was sollen wir also zuschweißen?

— Alles, — sagte Anja und zeigte auf das Tor.

— Die Pforte und das große Tor.

— Schweiß alles vollständig zu.

— Kein Makler und kein Käufer soll hineinkommen können.

— Und die Schlüssel für das alte Schloss werfe ich gleich in den Brunnen.

Mischa brummte zufrieden und senkte die Schweißmaske über sein Gesicht.

— Geh weiter weg, Hausherrin.

— Jetzt bereiten wir deinem Gatten eine Überraschung, die er sein Leben lang nicht vergessen wird.

Die Arbeit dauerte ungefähr eine Stunde.

Mischa pfuschte nicht.

Er zog eine durchgehende, dicke Schweißnaht über die gesamte Verbindung der Pforte.

Danach schweißte er die Flügel des Autotors fest an die tragenden Pfosten.

Der Metallzaun verwandelte sich in eine geschlossene grüne Wand.

Man konnte jetzt nur noch mit einem Hubschrauber hineingelangen oder mit einem leistungsstarken Winkelschleifer, wobei man einen halben Tag dafür gebraucht hätte.

— Wunderschön, — urteilte der Nachbar und nahm die Maske ab.

— Da kommt kein Schwein mehr durch.

— Das ist noch nicht alles, — sagte Anja und holte ein festes Stück hellen Kunststoffs aus dem Kofferraum, das sie von einem alten Gewächshaus abgerissen hatte, sowie einen dicken schwarzen Marker.

Sie legte den Kunststoff auf die Motorhaube und schrieb mit großen Druckbuchstaben eine Anzeige darauf.

Die Buchstaben wurden gleichmäßig, und vor Anstrengung streckte Anja sogar leicht die Zungenspitze heraus.

Mischa sah ihr über die Schulter und prustete vor Lachen.

— Du bist vielleicht eine Nummer, Anja!

— Das ist genial!

— Kannst du es an einer gut sichtbaren Stelle befestigen? — fragte sie und reichte ihm das Kunststoffstück und eine Rolle dicken Drahts.

— Mit dem allergrößten Vergnügen, — sagte Mischa und nahm das Schild.

— Hör mal, was ist, wenn er wirklich mit einem Winkelschleifer auftaucht?

— Das wird er nicht, — sagte Anja und schüttelte den Kopf.

— Sein Werkzeug liegt in der Garage, und die Garagenschlüssel habe ich heute Morgen versehentlich mit zur Arbeit genommen.

— Bis er Ersatz findet und hierherkommt, werde ich längst alles andere erledigt haben.

Am nächsten Tag gegen Abend bog Sergej von der Landstraße auf den Feldweg ab, der zur Datschensiedlung führte.

Seine Stimmung war ausgezeichnet.

Auf dem Beifahrersitz rutschte ein korpulenter Mann mit Brille unruhig hin und her.

Es war genau jener Makler, den Sergej über Bekannte gefunden hatte.

Das Geschäft versprach, schnell abgeschlossen zu werden.

Seine Mutter rief bereits ununterbrochen an und verlangte ein genaues Datum, an dem das Geld kommen würde, weil die Bauarbeiter auf ihr Startsignal warteten.

Seit dem vergangenen Abend hatte seine Frau geschwiegen.

Sergej hatte bei seiner Mutter übernachtet, um Charakter zu zeigen und deutlich zu machen, wer im Haus das Sagen hatte.

Anja sollte ruhig eine Weile im eigenen Saft schmoren und begreifen, dass sie im Unrecht war.

Wo sollte sie ihm schon entkommen?

Das Grundstück war zwar auf ihren Namen eingetragen, doch er würde sie persönlich zum Vertragsabschluss bringen.

Er würde ihr mit einer Scheidung drohen, und dann würde sie unterschreiben.

Sie gehörte schließlich nicht zu den Frauen, die Skandale liebten.

— Die Lage hier ist hervorragend, — erzählte Sergej und drehte das Lenkrad.

— Es ist ruhig und mitten in der Natur.

— Der Zaun ist blickdicht und aus Metall.

— Das Grundstück muss zwar etwas aufgeräumt werden, aber das sind Kleinigkeiten.

— Ich habe dort mein Metall gelagert und werde es in den nächsten Tagen abtransportieren.

Das Auto bremste sanft vor dem grünen Zaun.

Sergej stellte den Motor ab und stieg mit wichtiger Miene aus.

— Bitte sehr, Konstantin Eduardowitsch!

— Begutachten Sie den Besitz.

Er ging zur Pforte und zog einen Schlüsselbund aus der Hosentasche.

Mit einer vertrauten Bewegung steckte er einen Schlüssel an die Stelle, an der sich eigentlich das Schlüsselloch befinden sollte.

Der Schlüssel schlug klirrend gegen massives Metall.

Sergej runzelte die Stirn.

Er kniff die Augen zusammen und betrachtete die graue Oberfläche genauer.

Es gab kein Schlüsselloch.

Stattdessen verlief direkt über der Stelle, an der sich früher das Schloss befunden hatte, eine grobe, dicke und noch nicht dunkel gewordene Schweißnaht.

Er drückte mit der Schulter gegen die Pforte.

Sie bewegte sich keinen Millimeter.

Sie stand da wie einbetoniert.

— Was zum Teufel ist das? — murmelte Sergej vor sich hin.

Er ging ein paar Schritte zu den breiten Flügeln des Autotors.

Dort war es genauso.

Eine durchgehende metallene Narbe verlief von oben bis unten und verband die Torflügel untrennbar mit den Pfosten.

Der Makler Konstantin Eduardowitsch räusperte sich taktvoll hinter ihm.

— Sergej … äh … Nikolajewitsch.

— Wie sollen wir hineinkommen?

— Sofort, sofort, — sagte Sergej und rüttelte hektisch an den Torflügeln, obwohl er bereits verstand, dass es sinnlos war.

Sein Gesicht begann sich dunkelrot zu färben.

— Irgendwelche Vandalen haben sich wohl einen Scherz erlaubt.

In diesem Moment fiel sein Blick auf einen weißen Fleck rechts von der Pforte.

Mit dickem Stahldraht war ein Stück Kunststoff am Zaun befestigt.

Sergej trat näher heran.

Auf dem weißen Hintergrund stand mit schwarzem Marker deutlich geschrieben:

„ALTMETALL ZU VERKAUFEN.

ROHRE, HEIZKÖRPER, BADEWANNEN UND ERSATZTEILE.

NUR SELBSTABHOLUNG.

RABATT BEI ABNAHME DER GESAMTEN MENGE.

DAS GELD FÜR DIE RENOVIERUNG AN SINAIDA PETROWNA ÜBERWEISEN.“

Darunter war in riesigen Ziffern die Handynummer seiner Mutter angegeben.

Sergej spürte, wie ein schwerer, erstickender Kloß in seiner Kehle aufstieg.

Langsam blickte er über den Zaun.

Sein ganzer unbezahlbarer Metallberg, den er drei Jahre lang gesammelt, sorgfältig gelagert und unter Planen vor dem Regen geschützt hatte, lag dort.

Hinter einer unüberwindbaren Wand.

Auch der Makler hatte das Schild gelesen.

— Ich nehme an, der Verkauf ist abgesagt? — fragte er trocken und rückte seine Brille zurecht.

— Klären Sie Ihre Familienprobleme ohne mich, Sergej Nikolajewitsch.

— Ich gehe zu Fuß zum Bahnhof, es ist nicht weit.

Der Mann drehte sich um und ging schnell die staubige Straße entlang.

Sergej schenkte ihm keinerlei Beachtung.

Mit zitternden Händen zog er sein Telefon hervor und startete einen Anruf.

Das Freizeichen schien endlos zu dauern.

Schließlich wurde abgenommen.

— Anja! — brüllte Sergej und vergaß dabei sowohl die Nachbarn als auch jeden Anstand.

— Was machst du da, du Verrückte?!

— Warum hast du das Tor zugeschweißt?!

— Oh, bist du schon an der Datscha? — Die Stimme seiner Frau klang verdächtig ruhig und völlig frei von Hysterie.

— Wie geht es Konstantin Eduardowitsch?

— Hat er das Unkraut schon bewertet?

— Ich stelle hier die Fragen! — tobte ihr Mann und trat gegen das unbewegliche Metall.

Sein Schuh prallte dröhnend gegen den Zaun, und ein Schmerz schoss ihm durch die Zehen.

— Wie soll ich hineinkommen?!

— Dort liegt mein Eisen!

— Mein Eigentum!

— Gar nicht, Sergej, — antwortete Anja sanft.

— Niemand wird dort hineinkommen.

— Ich habe das Häuschen vom Verkauf zurückgezogen.

— Ich habe es mir anders überlegt.

— Und weil das Grundstück mir gehört, habe ich beschlossen, die Grundstücksgrenze besser zu sichern.

— Zum Schutz vor Dieben.

— Vor welchen Dieben?!

— Entferne diese Schweißnaht sofort!

— Sonst komme ich selbst mit dem Winkelschleifer und reiße alles zum Teufel ein!

— Du wirst nicht kommen, — entgegnete seine Frau ruhig.

— Die Schlüssel zu deiner Garage sind bei mir.

— Und ohne meine Erlaubnis an einem fremden Zaun zu sägen, gilt als Sachbeschädigung.

— Der Nachbar Mischa hat übrigens versprochen, aufzupassen.

— Er sagte, wenn jemand mit Werkzeug auftaucht, lässt er seine Alabai-Hunde los.

Sergej knirschte mit den Zähnen.

— Anja, hör mit diesem Zirkus auf!

— Mama hat dort bereits eine Handwerkertruppe beauftragt, verstehst du?!

— Sie muss sie morgen bezahlen!

— Deine Mutter habe ich nicht vergessen, — sagte Anja belustigt ins Telefon.

— Ich bin schließlich eine fürsorgliche Schwiegertochter.

— Wenn sie das Geld für die Renovierung dringender braucht, habe ich eben dein Altmetall zum Verkauf angeboten.

— Hast du die Anzeige gesehen?

— Bist du völlig übergeschnappt?!

— Das gehört mir!

— Ich wollte es verkaufen, sobald der Preis steigt!

In diesem Moment piepte Sergejs Telefon.

Ein zweiter Anruf ging ein.

Es war Sinaida Petrowna.

— Warte, meine Mutter ruft an, — fauchte er Anja an und wechselte die Leitung.

— Ja, Mama!

— Sergej! — Die Stimme seiner Mutter überschlug sich fast vor Empörung.

— Was ist da los?!

— Seit drei Stunden rufen mich irgendwelche verdächtigen Männer an!

— Sie fragen, für wie viel ich das Gusseisen abgebe und ob ich Kupfer habe!

— Ich sage ihnen, dass sie sich verwählt haben, und sie antworten, dass meine Nummer auf einem Zaun steht!

— Was soll dieser Scherz?!

Sergej bedeckte die Augen mit einer Hand.

— Mama, das … das war Anja.

— Sie hat an der Datscha eine Anzeige aufgehängt.

— Welche Anzeige?!

— Welches Altmetall?!

— Sergej, du hast doch gesagt, dass ihr die Datscha verkauft!

— Was soll ich dem Vorarbeiter sagen?!

— Er wartet auf seine Anzahlung!

— Sag gar nichts, Mama.

— Sag ihm … sag ihm, er soll das Altmetall nehmen.

Er beendete das Gespräch mit seiner Mutter und kehrte zum Telefonat mit seiner Frau zurück.

— Bist du jetzt zufrieden? — presste er voller Hass hervor.

— Du hast uns vor der ganzen Straße blamiert.

— Vollkommen, — antwortete Anja ungerührt.

— Ihr wolltet eure Probleme mit meinem Eigentum lösen.

— Ich habe euch geholfen.

— Alles ist gerecht.

— Ach ja, beinahe hätte ich es vergessen.

— Was noch? — fragte Sergej müde und gereizt.

— Du brauchst dich nicht zu beeilen, nach Hause zu kommen.

— Ich habe deine Sachen zusammengepackt.

— Die Tüten stehen im Treppenhaus vor der Wohnungstür.

— Welche Tüten denn noch?

— Anja, bist du verrückt geworden?!

— Ganz normale Tüten.

— Schwarze und stabile.

— Du musst deiner Mutter doch bei der Renovierung helfen, also wirst du bei ihr wohnen und den Prozess überwachen.

— Gleichzeitig könnt ihr gemeinsam die Anrufe wegen des Altmetalls entgegennehmen.

— Mit vier Händen.

— Anja! — brüllte Sergej ins Telefon.

— Du hast kein Recht dazu!

— Das ist auch meine Wohnung, wir leben dort seit drei Jahren!

— Die Wohnung ist gemietet, Sergej.

— Der Mietvertrag läuft auf meinen Namen.

— Und ich bezahle sie.

— Du kannst die Schlüssel also in den Briefkasten werfen, wenn du die Tüten abholst.

— Viel Spaß bei der Renovierung.

Aus dem Lautsprecher ertönten kurze Signaltöne.

Sergej blieb noch ungefähr fünf Minuten vor dem zugeschweißten Tor stehen.

Der Wind kühlte unangenehm seinen verschwitzten Rücken.

Er trat noch einmal gegen den Zaun, fluchte leise und schleppte sich zum Auto.

Er musste dringend überlegen, was er seiner Mutter sagen sollte, wenn er mit drei schwarzen Tüten voller Kleidung bei ihr ankam, und wie er dem Vorarbeiter erklären sollte, dass sie anstelle von Bargeld nun lediglich drei Tonnen eingeschlossenes Gusseisen besaßen.

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