Ich hatte mich an die Blicke gewöhnt, an das leise Getuschel und gelegentlich sogar an grausame Bemerkungen.
Mit Psoriasis zu leben bedeutete, dass meine Haut oft rot, schuppig und entzündet aussah, besonders während eines Schubs.

Ich hatte gelernt, die Blicke zu ignorieren und meinen Kopf hoch zu halten.
Aber manche Menschen? Die machten es unmöglich, es einfach zu übersehen.
An diesem Tag saß ich im Wartezimmer meines Dermatologen und scrollte durch mein Handy, als ich ein übertriebenes Seufzen von der Frau neben mir hörte.
Ich blickte auf und sah, wie sie sich unbehaglich bewegte und mit offensichtlichem Ekel auf meine Arme starrte.
„Wissen Sie“, sagte sie laut genug, dass es jeder hören konnte, „es gibt Behandlungen für so etwas.
Es ist ehrlich gesagt verantwortungslos, es einfach so schlimm werden zu lassen.“
Ich spürte das vertraute Stechen der Demütigung und ballte die Finger um mein Handy.
„Es ist eine Autoimmunerkrankung“, sagte ich leise.
„Nicht etwas, das ich einfach loswerden kann.“
Sie schnaubte.
„Ich sage ja nur, dass Menschen rücksichtsvoller sein sollten, was sie anderen zumuten.“
Bevor ich eine Antwort finden konnte, durchschnitt eine Stimme die angespannte Stille.
„Oh, meinen Sie so etwas wie Unwissenheit? Denn die scheint sich hier ziemlich schnell zu verbreiten.“
Die Krankenschwester, eine Frau in den Vierzigern mit einem entschlossenen Ausdruck, stand in der Tür, die Arme verschränkt.
„Psoriasis ist nicht ansteckend.
Aber wissen Sie, was es ist? Verurteilendes Verhalten.
Und das ist weit hässlicher als jede Hauterkrankung.“
Das Gesicht der Frau lief rot an, und sie öffnete den Mund, als wolle sie etwas entgegnen, doch die Krankenschwester war noch nicht fertig.
„Sie sind in einer dermatologischen Praxis.
Das bedeutet, Sie sollten es besser wissen, als jemanden wegen einer medizinischen Erkrankung zu beschämen.
Und jetzt entschuldigen Sie uns, wir haben Patienten zu behandeln – mit Würde.“
Die Frau murmelte etwas Unverständliches und richtete ihren Blick plötzlich sehr interessiert auf den Boden.
Ich atmete aus und spürte eine überwältigende Welle der Dankbarkeit.
Die Krankenschwester schenkte mir ein warmes Lächeln.
„Kommen Sie mit, Liebes.
Lassen Sie uns uns um Sie kümmern.“
An diesem Tag lernte ich etwas Wichtiges.
Manche Menschen werden immer grausam sein, aber es wird immer andere geben, die sich für das Richtige einsetzen.
Und manchmal reicht eine einzige freundliche Stimme aus, um die Ignoranz der Welt zum Schweigen zu bringen.







